#Rezension – Seelenläufer

von Bianca Fuchs

Den Blog zum Buch findet Ihr hier:
https://seelenlaeuferblog.wordpress.com/

vielen Dank für das Rezensionsexemplar

Inhalt Quelle Amazon
Cambridge 2014: Ein alter Mann stirbt – und eine junge Frau wird in eine Auseinandersetzung hineingezogen, in der nichts weniger auf dem Spiel steht als ihre Seele. 
Nichts hätte die Studentin Zoya Saffin auf das vorbereiten können, was der plötzliche Tod ihres geliebten Großvaters in ihr auslöst. Denn die tiefe Trauer bringt eine Gabe zum Vorschein, die ihr bisheriges Leben und alles, woran sie geglaubt hat, radikal auf den Kopf stellt. 
Die Gabe ist der Schlüssel zu einer Welt, die sich hinter den Fassaden der Universität Cambridge verbirgt und zu der nur die Eingeweihten Zutritt erhalten. Aber so sehr sich Zoya auch bemüht – sie fühlt sich dieser Welt nicht zugehörig. Erst in dem Studenten Rob, zu dem sie sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt, findet sie jemanden, der sie zu verstehen scheint und ihre Gefühle erwidert. 
Sie ahnt jedoch nicht, dass er ein dunkles und gefährliches Geheimnis in sich trägt, das eine alte Zwietracht erneut entzündet und schon bald das erste Opfer fordert …
Meine Meinung:

Ich fange heute mal ein bisschen anders an. Es handelt sich hier um einen Debütroman, was natürlich meine Meinung mit beeinflusst. 

Ich werde in dieser Rezension doch einige Schwächen des Buches aufzählen, dennoch hat es sich die 3 Sterne verdient.
Gründe hierfür sind zu einem die eigentliche Idee der Geschichte und das Buch hat mich trotz der Schwächen sehr gut unterhalten. Ich hatte zu keiner Zeit den Wunsch es abzubrechen oder mich gelangweilt gefühlt. Im Buch selbst konnte ich eine Steigerung feststellen, zum einen auf den Schreibstil bezogen und zum anderen die Charaktere.

Dennoch komme ich nun zu den Schwächen. 
Das Buch startete meines Erachtens vom Schreibstil her sehr „holprig“. Ich konnte das Buch zu Beginn nicht flüssig lesen, da ich immer wieder über ein paar Formulierungen „gestolpert“ bin. 

Zu Beginn fand ich die Häufigkeit des Namens schon total nervig. Immer wieder stand da Zoya nahm, Zoya sagte, sagte Zoya etc. Das war mir einfach zu viel. Jedoch habe ich das auch bereits bei anderen Debütromanen festgestellt, dass dies am Anfang sehr oft gemacht wird. Nur warum? Wenn ich den Namen 5 mal gelesen habe reicht das doch. Ich habe diese Woche auch ein ähnliches Buch begonnen (Purpurmond von Heike Eva Schmidt) und gezielt darauf geachtet, ob es dort genauso ist. Es war nicht so und es las sich am Anfang gleich besser.

Das andere was mich gestört hat, waren manche so „altertümliche“ Formulierungen, die einfach zu einer Geschichte, die im Jahre 2014 spielt nicht passten.

Beispiele hierfür:
1. Seite 10, 12, 21, 26
Zitat:

„…von seinem Sessel, schritt zum kleinen Schreibtisch….“

„…und Zoya schickte sich an, ihn zu folgen …“

„….Sie klaubte Ihre Sachen vom Boden….“
„….., was bedeutete, dass ihr nur Zoya und Ann beiwohnten ….,“

Bitte versteht mich nicht falsch, das sind natürlich so gesehen alles normale Wörter, aber ich würde diese eher in einen historischen Roman lesen als in einen Jugendbuch. Kein Mensch sagte doch: „oh ich klaube mal meine Sachen auf“ , „ich wohnte heute einen Bloggertreffen bei“ oder „ich schicke mich an heute arbeiten zu gehen“. 
Das passt einfach nicht zu dieser Geschichte.
Wenn es doch jemanden gibt, der so redet dann schreib mir doch einfach mal einen Kommentar. 😉
Auch hier muss ich jedoch sagen, waren diese speziellen Formulierungen, zum Glück, nur zu Beginn des Buches vorhanden, wie man auch an den Seitenangaben sehen kann. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde meiner Meinung nach der Schreibstil weitaus besser und passender. Es klang dann nicht mehr so „gewollt“ oder gar geschwollen. Ich fand auch die Beschreibungen der Orte und der Charaktere genau im richtigen Maß, ich konnte mich super in die Geschehnisse hineinversetzen und hatte auch immer ein gutes Bild vor Augen. Obwohl auch da eine Steigerung möglich wäre. Warum hat Zoya keine anderen Freunde, die sie in der Uni vermissen? 
Das Zweite was mich gestört hat, was aber natürlich Geschmacksache ist, war die schwächliche Zoya. Zoya wurde hier einfach wieder naiv und schwach dargestellt. Ich meine Sie ist über 18, sie studiert ja schon, aber setzt sich nicht durch. Sie hinterfragt mir einfach zu wenig, so dass es für mich nicht authentisch wirkt.
Beispiel hierfür ist die Sache mit Rob. Jakob sagt zu Zoya, dass sie sich von Rob fernhalten soll. Sie fragt dann natürlich nach dem „Warum“ und bekommt als Antwort, dass er ihr das nicht sagen kann. Jeder normale Mensch würde doch dann sagen: „Wenn du mir keine Grund nennst, treffe ich mich mit ihn auch weiterhin“. Oder sehe ich das falsch? Zoya verspricht ihn dann natürlich, dass sie sich nicht mehr mit ihn treffen wird.
Ich verstehe ja schon, dass man irgendwie Spannung aufbauen möchte und es war auch Spannung nur war dann die Auflösung der Geheimnisse nicht so der „WOW“ Effekt. Auch auf das eben genannte Beispielt mit den Rob, verstehe ich den Grund nicht, warum er ihr das nicht schon eher gesagt hat. Da hätte man meiner Meinung nach lieber noch ein paar Szenen mit den „Seelen“ einbauen können, als diese Geheimnisse in die länge zu ziehen.

Aber auch hier muss ich sagen, dass sich Zoya steigert und vor allem am Ende des Buches ihre eigenen Entscheidungen trifft und sich nicht mehr reinreden lässt.

Die Liebesgeschichte in Ihren „Alter“ fand ich auch ein wenig überspitzt. Sie sehen sich gerade mal 4 mal und reden von der „großen Liebe“ obwohl sie gerade mal 5 Sätze miteinander geredet haben. Dafür bin ich definitiv zu alt.

Fazit: Ein guter Debütroman, mit einigen Schwächen aber auch einer tollen Idee.


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