#Rezension – Herr der Fliegen

von Wiliam Golding

Verlag: Fischer Verlag

Inhalt Quelle Verlagseite
Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Kein Erwachsener überlebt. Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph läßt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten – die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschließt. Das Beängstigende an diesem Gleichnis menschlicher Gesellschaft ist die Tatsache, daß diese Jungen keineswegs Monstren oder Verbrecher sind. Jeder von ihnen ist in irgendeiner Jungenklasse der Welt zu finden.

Meine Meinung:

Der Schreibstil aus der Dritten Person hat mir sehr gut gefallen. Jedoch fand ich die Dialoge einfach grausig. Ich habe wie bereits in „Raum“ festgestellt, dass ich mit „Kindersprache“ in Büchern nichts anfangen kann. 

Hier gab es in den Dialogen, Satze ohne Subjekt, Prädikat und Objekt um die „kindersprache“ zu verdeutlichen. Aber das hat mich beim lesen aus meinen Lesefluss raus geworfen und die Dialoge wirkten dadurch sehr konstruiert und hölzern. Das wiederum passte nicht zu den teilweise „Erwachsenen“ handeln und denken der Kinder auf der Insel.

Die Insel war sehr gut und detailreich beschrieben. So dass man sich genau vorstellen konnte wie die Insel aussah. Jedoch lies es wenig Freiraum für eigene Fantasien. Wir haben in diesem Buch natürlich gleich mehrere Gesellschaftliche Kritische Themen die angesprochen werden und ich kann daher gut verstehen, dass das Buch in vielen Schulen gelesen wird. Für mich wirkte es jedoch altbacken, was es ja auch ist. Es war auch an vielen Stellen zu langatmig, was andere natürlich wieder als tiefgründig bezeichnen würden. 

Für mich ist hier zu viel was man zwischen den Zeilen lesen könnte. Die Geschichte an sich fand ich gut und sehr brutal. Die Charaktere waren auch sehr gut ausgearbeitet und man lernte die einzelnen sehr gut kennen. Bei der Auflösung hätte ich mir mehr gewünscht.

Fazit: Gute Idee, aber die Umsetzung ist einfach nicht mehr modern genug.

5 thoughts on “#Rezension – Herr der Fliegen”

  1. In meiner tiefen Verehrung für Stephen King zum Ende meiner Schulzeit hin, habe ich auch Bücher gelesen, die in seinen Romanen eine Rolle spielten. So auch "Herr der Fliegen". Ich erinnere mich daran, die Story nicht ganz so spannend gefunden zu haben wie erwartet und ganz einfach fand ich es wohl auch nicht zu lesen. An die Kindersprache erinnere ich mich nicht. Finde ich jetzt auch seltsam. Meine Kinder reden ganz normal in vollständigen Sätzen, nur die Zweijährige konstruiert komische Sätze und lässt Wörter weg.
    Müsste ich mir glatt noch mal angucken.

    LG
    Mona

  2. Das nenn ich Chuzpe, einem Klassiker zu attestieren, die Umsetzung sei nicht modern genug. 😀
    Als hätte der Autor irgendwas daran ändern können. Natürlich muss man ein Buch immer im Kontext der Entstehungszeit lesen.

    Aber ich mag ja Deine Ehrlichkeit und verstehe das so, dass Du meinst es wäre heute nicht mehr von Belang, es zu lesen? Andererseits schreibst Du ja, dass Du die Verwendung als Schullektüre verstehst.

    Das mit der Kindersprache kann im Deutschen gut sein, ist dann vielleicht eine holprige Übersetzung. Ich habe das Buch ja damals im Englischunterricht gelesen und kann mich nicht erinnern, dass mir das besonders aufgefallen wäre. Aber Stilfragen fallen einem in der Muttersprache natürlich deutlicher auf.

  3. Hallo Andrea,

    als Chuzpe würde ich das nun nicht bezeichnen ;-).
    Mh, es gibt ja Klassiker, die natürlich nicht modern sind, aber eine gewisse Spannung oder etwas Besonderes beinhalten, das man sie immer noch gerne liest. Diese würde ich auch heute noch als "modern" bezeichnen. Bsp. Planet der Affen, Jane Eyre

    Natürlich sind auch die Themen in Herr der Fliegen noch von Belang. ich denke einfach nur, dass es da für Kinder/Schüler bessere/modernere und somit spannendere Bücher gibt.

  4. Hallo 🙂

    Ich habe dieses Buch in der 9. Klasse in Deutsch lesen müssen und war irgendwie nicht begeistert. Ich weiß auch nicht woran es lag :/

    Liebe Grüße vom #litnetzwerk
    Andrea 🙂

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